Mittwoch, 15. September 2021, 19 Uhr, Kirche St. Michael
Franz Schubert: "Die Winterreise"
(1797 - 1828)
Matthias Helm, Bariton, Julius Zeman Klavier

Kids-Ouverture:
Raphael Hain und Benedict Forstner, St. Florianer Sängerknaben
Markus Stumpner, Klavier

Raphael Hain und Benedikt Forstner © St. Florianer SängerknabenRaphael Hain und Benedikt Forstner © St. Florianer Sängerknaben










Als einen „Zyklus schauerlicher Lieder“ kündigte Franz Schubert seinen Freunden im Frühjahr 1827 die ersten 12 Gesänge der Winterreise an. Als er sie ihnen „mit bewegter Stimme“ vortrug, waren alle „über die düstere Stimmung dieser Lieder ganz verblüfft“, ja der lebenslustige Schober konnte überhaupt nur an einem Lied, dem Lindenbaum, Gefallen finden. Schubert aber bekannte: „mir gefallen diese Lieder mehr als alle, und sie werden auch euch noch gefallen“.

Diese von Joseph von Spaun überlieferte Geschichte zeigt zum einen, wie sehr Schubert selbst die Winterreise als Liederzyklus im modernen Sinne begriff: als eine nicht nur durch die Gedichte von Wilhelm Müller, sondern auch durch die musikalische Stimmung zusammengehaltene Einheit; zum anderen, wie sehr die extremen Gefühle von Melancholie und Selbstzerstörung in diesen Liedern selbst die mit Schubert am meisten vertrauten Hörer seiner Zeit irritierten, ja abstießen.

Heute ist die Winterreise ein Denkmal des Kunstliedes, ein Standard, für den man die Erregung der ersten Hörer und des Komponisten erst wieder kreieren muß. Denn natürlich ist der Zyklus in den 170 Jahren seit seiner Entstehung von Deutungen und Interpretationstraditionen überlagert  worden. Ihr Bogen reicht von einer Auffassung als politische Parabel des Metternich-Regimes bis zur vordergründigen Interpretation als romantische Liebesgeschichte. Im Rahmen dieses kurzen Programms genügt es, auf einige Fakten hinzuweisen, die den Zyklus ins rechte historische Licht rücken können, vergleichbar jener „Erhellung“, die der Klang eines Hammerflügels mit sich bringt.


Matthias Helm, Bariton


Matthias Helm © privatMatthias Helm © privat

Matthias Helm studierte Sologesang bei Rotraud Hansmann und absolvierte die Lied- und Oratorium-Klasse bei Robert Holl in Wien. Darüber hinaus besuchte er Meisterkurse bei Margreet Honig, Wolfgang Holzmair und Hartmut Höll.

Als Interpret der großen Oratorien und Passionen von J.S. Bach, G.F. Händel, F. Mendelssohn-Bartholdy oder F.Martin ist Matthias Helm gern gehörter Gast zahlreicher Festivals und Konzerthäuser: J.S. Bachstiftung St. Gallen, Niederländische Bachvereinigung, Wigmore Hall, Philharmonie Berlin, Boston Early Music Festival, styriarte, Theater an der Wien, Festival Alte Musik Utrecht, Konzerthaus Wien, Wiener Musikverein, Philharmonie Luxemburg, Origen Cultural.

Dabei arbeitete er mit Klangkörpern wie RTVE Madrid, RSO Wien, Concentus Musicus Wien, Ensemble Barucco, L’Orfeo Barockorchester oder Wiener Akademie zusammen.

Sein breit gefächertes Bühnenrepertoire enthält Partien von der Renaissance bis ins 21. Jahrhundert. Verschiedenste Produktionen führten ihn dabei an das Theater im Volksgarten Linz, die Elbphilharmonie, die Philharmonie Paris, die Wr. Kammeroper, die Philharmonie Luxemburg oder zur Sommeroper Klosterneuburg.

Zahlreiche Liederabende, insbesondere die enge Zusammenarbeit mit dem Gitarrenduo Hasard („Die schöne Müllerin“ Gramola 2015), belegen Matthias Helms enge Verbindung zum Lied.

Konzertreisen führten ihn neben Europa in die USA, nach Südkorea und Singapur.


Julius Zeman, Klavier


Julus Zeman © Julia WeselyJulus Zeman © Julia Wesely



Julius Zeman, geboren 1998 in Wien, absolvierte eine humanistische Ausbildung am Wiener Schottengymnasium. Im Juni 2020 schloss er sein Orgel- und Klavier-Kammermusik-Studium an der Universität Mozarteum Salzburg bei Prof. Heribert Metzger und Prof. Jean-Pierre Faber mit Auszeichnung ab. Julius Zeman studiert zeitgleich ebendort Dirigieren u.a. bei den Professoren Bruno Weil, Ion Marin und Reinhard Goebel.

In der Saison 2020/21 tritt er als Dirigent, Pianist und Organist in Erscheinung (u.a. Musikverein Graz, Casa da Música Porto, Stiftung Mozarteum Salzburg, Konzerthaus Blaibach, Basilika Sonntagberg) und war während des Corona-Lockdowns in mehreren TV- bzw. Livestream-Konzerten zu hören. So trat er z.B. gemeinsam mit dem Violinisten Emmanuel Tjeknavorian in der ORF/3Sat-Sendereihe „Wir spielen für Österreich“ an Mozarts Originalinstrumenten auf.

Musikalische Partnerschaften verbinden ihn mit Künstlern wie Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Claire Elizabeth Craig, Emmanuel Tjeknavorian, Rainer Trost, Erwin Ortner und Leopold Hager.

Kulturwissenschaftlich und musikanalytisch beschäftigte Julius Zeman sich mit der Dramaturgie der Oper Fidelio von Ludwig van Beethoven - gedruckt in den Freiburger Universitätsblättern - und mit Gustav Mahlers Lied von der Erde, einer Arbeit, die ebenfalls für den Druck geplant ist.  
Julius Zeman ist ein Bösendorfer Artist.


 

Der seit 1071 bestehende Knabenchor, dem auch Anton Bruckner angehörte und zu dessen Kernaufgaben seit Jahrhunderten die Gestaltung der Kirchenmusik in St. Florian gehört, konzertiert heute in der ganzen Welt. Der Chor hat bei bedeutenden Musikfestspielen (u. a. Salzburger Festspiele, Wiener Festwochen, Festival d’Aix en Provence, Carinthischer Sommer) mitgewirkt und arbeitet immer wieder mit den berühmtesten Orchestern (u. a. Wiener Philharmoniker, Cleveland Orchestra,…) und Dirigenten zusammen. Franz Welser-Möst, ehemaliger Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper, ist Ehrenpräsident des Vereins „Freunde der St. Florianer Sängerknaben“.   Solisten der St. Florianer Sängerknaben singen häufig die für Knaben vorgesehenen Rollen.

 Die Sängerknaben treten entweder als reiner Oberstimmenchor auf oder zusammen mit ihrem Männerchor, den Franz Farnberger im Jahr 1989 gründete, um das Repertoire des Knabenchores erweitern zu können. Er besteht größtenteils aus ehemaligen Sängerknaben, die ihre gesangliche Ausbildung fortsetzen bzw. professionell fortgesetzt haben und teilweise auch in anderen renommierten Ensembles tätig sind.

Solisten aus den Reihen dieses Chores bilden auch kleine Ensembles. Die reichhaltige Diskographie der St. Florianer Sängerknaben umfasst nicht nur traditionelle österreichische Musik, Volks- und Weihnachtslieder, sondern auch Aufnahmen Alter Musik in Zusammenarbeit mit renommierten Spezialensembles auf historischen Instrumenten.   Künstlerischer Leiter ist seit dem Jahr 1983 Franz Farnberger, der nach seinen Studien in Wien acht Jahre lang als Kapellmeister der Wiener Sängerknaben tätig war und der bis 2017 auch an der Anton Bruckner Universität unterrichtete. Seit Herbst 2018 fungiert der ehemalige St. Florianer Sängerknabe Markus Stumpner, der die Sängerknaben seit 2013 auch schon stimmbildnerisch betreut hat, als Chorleiter.

 

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Dieses Konzert wird unterstützt von:



Klavierhaus Schimpelsberger
 
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